Topische steroide

Die topische Therapie der Psoriasis mit Steroiden ist von ihrer Effektivität und Schnelligkeit des Wirkungseintritts sowohl für den Patienten wie auch für den Dermatologen verlockend. Deshalb werden wohl unter den Antipsoriatika topische Steroidpräparate weltweit am häufigsten verwendet. Ob dieser nicht selten unkritische Einsatz gerechtfertigt ist, darf in Zweifel gezogen werden. Aufgrund der Chronizität der Psoriasis mit oft über Jahrzehnte notwendiger Lokaltherapie ist die glukokortikoidassoziierte Hautatrophie ein großes Problem (Abb. [ 1 ]). Bei großflächiger Anwendung sollten auch die systemischen Nebenwirkungen der Steroide berücksichtigt werden (Hypothalamus-Hypophysen-NNR-Achse). Was den Sinn der großflächigen und langfristigen Lokaltherapie mit Steroiden weiter einschränkt, sind die schnellen Rezidive nach Absetzen derselben (Relapse), wobei die Psoriasis nicht selten stärker wieder aufflammen kann als der ursprüngliche Befund (Rebound-Effekt). Für eine klassische Psoriasis ist deshalb die isolierte Therapie mit topischen Steroiden in Anbetracht von Alternativen und Kombinationen mit anderen Antipsoriatika nur in Ausnahmefällen (schnelle Therapie aus kosmetischen Gründen) empfehlenswert und sicherlich keine „First Line Therapie”. Lediglich intertriginöse Areale, insbesondere im Bereich der Rima ani, erlauben oft keinen Einsatz irritierender Substanzen (Salizylsäure, Dithranol) oder Licht, weshalb dort zwangsläufig aus Mangel an besseren Alternativen Steroide sinnvoll sein können. Wenngleich neuere Steroide (z. B. Mometasonfuroat, Prednicarbat) ein geringeres atrophogenes Potenzial aufweisen, sind in den Intertrigines durch die teils okklusive Situation auch die Nebenwirkungen (Atrophie) stärker (Abb. [ 1 ]). Dermatologen sollten dieses von Hausärzten oft überbeanspruchte Therapeutikum deshalb sehr differenziert einsetzen. Weitere Domänen lokaler Steroide sind ferner der behaarte Kopf (geringes Hautatrophierisiko) und z. B. palmoplantare Psoriasisformen, wo aufgrund oft starker Akanthose und Hyperkeratose eine quasi „dosierte Atrophie” wünschenswert sein kann.

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